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Ethik und Leibesübung

Schlacker... Rutsch... oder "How to wear a waist belt"

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Trinkgürtel gesucht und gefunden. Wollte einen haben wie die anderen coolen Ultrarunner da draußen. Ich hatte gerade dieses Buch gelesen (Chris McDougall, Born to Run), da spielen neben Scott Jurek auch andere Größen wie Barefoot Ted, Caballo Blanco, Ann Trason, Jenn Shelton und ihr Kumpel (dessen Name mir gerade nicht einfallen will, sorry) mit (und natürlich in der Hauptrolle das Volk der Tarahumara oder besser Rarámuri).
Nathan Elite 1
Während sie durch die relativ unfreundliche mexikanische Bergwelt rennen, brauchen sie natürlich auch mal was zu trinken.

Das führte mich zu der Frage, wie die denn so ihre Wasserrationen transportieren – im Buch war an einer Stelle von sogenannten “Fanny Packs” die Rede. Übersetzt heißt das in etwa soviel wie “Gürteltasche”. Teilweise – soweit ich mich erinnere – tragen sie ihre Flaschen auch einfach in der Hand.

Ich habe in den letzten Monaten ein paar Möglichkeiten davon ausprobiert. Z.B. habe ich mir den kleinen Olmo zugelegt (siehe Artikel), der mir auf 40+k-Läufen ohne Verpflegungspunkte immer sehr gute Dienste leistet.

Für die kürzeren Distanzen, sagen wir 15-25k, habe ich bisher einen Runners Point Trinkgürtel mit 2 Flaschen (2×125ml) benutzt, woran dann immer noch eine Gürteltasche mit GPS-fähigem Smartphone befestigt war. Einen Gürtel mit mehr kleinen Flaschen wollte ich eigentlich nie mitnehmen, wenn ich mhr als 250ml transportieren wollte.

In diesen Fällen, 20km bei Sonnenschein etc., bin ich dann dazu übergegangen, eine Wasserflasche (500-750ml) mitzunehmen, die ich einfach in der Hand trug. Auf Dauer war das dann aber doch etwas nervig und störend. Damit schieden für mich auch Lösungen wie diese ganzen Handheld-Bottles aus (wobei ich die Idee an sich sehr schätze. Ist einfach nur nicht mein Ding.)

Ok – ihr wisst, worauf ich hinauswill: Eine mittlere Menge Wasser transportieren, Hände freihaben, und noch ein Smartphone mitnehmen.

Irgendwie kam ich auf den Nathan Elite 1 (ja, ich habe nicht sooo lange recherchiert, sondern einfach in dem Shop gestöbert, in dem ich auch den Olmo 5 erstanden hatte: racelite.de) – da passt eine 600ml-Flasche rein und noch ein Handy, evtl. noch ein Energieriegel, mehr aber auch nicht. Sollte aber auch reichen.

Wie trägt man denn nun so ein Teil, ohne dass es schlackert, auch bei voller Beladung? Gerne hätte ich die “Western”-Variante eingeführt (schön lässig auf den Hüftknochen). Aber der erste 15km-Testlauf zeite mir, dass das irgendwie nicht so ganz klappen würde. Schlacker, schlacker, rutsch, rutsch… Unvermeidlich also, den Gürtel enger zu schnallen (haha). Aber irgendwie wollte das Teil noch nicht so recht sitzen. Vielleicht lag’s ja auch am T-Shirt.

Nächster Tag, nächster Lauf. 20km. Genug Zeit also, um die definitive und perfekte Gürtelposition herauszufinden. aber irgendwie wand ich mich und der Gürtel auch, und wir schienen nicht zueinander kommen zu wollen. Beim Einatmen war’s zu eng, beim Ausatmen wurde es zu locker, und ich merkte, dass sich die Gürtel-Problematik (ja, irgendwie wuchs es sich in diese Richtung aus) erst unbemerkt, dann doch offensichtlich auf meinen Laufstil und meine Atmung auswirkte. Das konnte es doch nun nicht sein.

Ein paar Tage fragte ich in einem Lauf-Fachgeschäft nach, wie und wo man denn am besten so einen Gurt trägt. “Der muss genau auf den Hüftknochen sitzen, denn das Becken bewegt sich beim Laufen am wenigsten, dann kann das ganze nicht so hin- und herwackeln.” Hmja. Am selben Tag bin ich dann mal testweise mit einem anderen Gürtel, an dem nur eine Hüfttasche mit Handy befestigt war, losgelaufen. Völlige Fehlanzeige. Die Fachfrau schien mir doch nicht so recht zu wissen, wovon sie sprach. Abends dann Recherche bei G: “how to wear waist packs when running long distances” oder so ähnlich. Irgendwo (Mist, jetzt finde ich den Link nicht mehr…) stand dann, dass der Gurt über dem Becken sitzen muss, und das möglichst fest.

Also: Erneuter Versuch. Flasche vollgetankt, Gürtel umgeschnallt und beherzt festgezurrt, so dass er sich irgendwo zwischen Hüftknochen und unterem Rippenbogen (genauer: ca. 2cm über der Hüfte, but YMMV) wohlfühlte. Eng, aber nicht unangenehm, sondern eher “solide”. Losgelaufen. Nach 2 Minuten hatte ich vergessen, dass ich einen Gürtel trug. Und das Gefühl blieb die restlichen 23 Kilometer. Außer natürlich, wenn ich Durst bekam. Perfekt! Woran es nun genau lag, kann ich nicht sagen. Ich schätze mal, dass man einfach nicht zu sehr darüber nachdenken sollte, sondern einfach umschnallen, nach Gefühl enger zurren und das ganze gut sein lassen.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank fuer die Tipps! Habe letztes Jahr meinen Trinkgurt (Amphipod) frustriert in die Ecke geworfen. Werde ihn jetzt mal wieder hervorholen und ihm eine neue Chance geben :)
    Viele Gruesse!

    Carsten

  2. Hey Carsten,

    genau. Wenn du den Amphipod wiederge- und für gut befunden hast, ist das doch super!

    Alles Gute
    Tilman

  3. Die ideale Position gibt es wohl nicht, es hängt von der individuellen Anatomie ab. Über dem Becken schnüre ich mir den Gurt in den Speck und müsste schon enorm fest zuziehen – da schränkt es mich deutlich ein.
    Ich trage den Gurt wie von der “Fachfrau” beschrieben auf dem Hüftknochen. Da gibt es eine klare Grenze, wie fest ich ihn zurren kann. Wichtig ist aber, dass ich die Flasche (oder andere schwere Sachen) erst nach dem anlegen einstecke, weil ich den Gurt sonst nicht richtig festziehen kann.

    Da ich gerne Strecken laufe (Hinweg mit der Bahn), werde ich jetzt auch für 20 km mal einen Rucksack testen.

    Grüße,
    Florian

  4. Hallo Florian,

    danke für den Tipp mit dem Festzurren, bevor man die Flasche einsteckt! Werde ich mal ausprobieren.

    Vermutlich hast du recht damit, dass es doch sehr von der eigenen Physiognomie abhängt…

    Viele Grüße und gute Läufe weiterhin
    Tilman

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