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Ethik und Leibesübung

Runter kommt man immer oder "Der erste Trail?"

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Im August 2005 war ich mit meiner Freundin in Polen. Eine Woche Krakau, die andere Woche im Off. Ustrzyki Górne, ein Dorf (oder eher einer Urbanisation) in den Bieszczady, welche wiederum ein Mittelgebirge der polnischen Waldkaparten sind.

Lustigerweise besaß ich zu dem Zeitpunkt zwar schon ein paar Joggingschuhe, war auch mehr oder weniger regelmäßig gelaufen. Für den Polen-Trip hatte ich jedoch nur die guten Meindl Ortler dabei, weil wir auf einen Wanderurlaub eingestellt waren.

Gewandert sind wir dann auch ein paar Mal. Die Touren waren nie länger als 10 km, es gab an zwei Tagen ein solches Unwetter, dass wir kaum vor die Tür treten konnten. Im Nachhinein mussten wir jedoch feststellen, dass sich eine Wandertour kurzerhand in einen Traillauf verwandeln kann.

Und das ging so: Nachdem wir einen der Gipfel dieser nicht allzu hohen und geschwungenen Hügel erklommen hatten, erreichten wir einen felsigen und matschigen Abschnitt, der bis hinab ins Tal auch so bleiben sollte. So staksten wir – wie gesagt, mit Meindl-Alpin-Schuhen an unseren Flachlandfüßen sowie mit Rucksäcken angetan – einige Meter hinab, immer darauf achtend, dass wir nicht ausrutschten.

Wie aus dem Nichts überholten uns zwei Typen in T-Shirt und Shorts und Laufschuhen. Leichtfüßig, wippend, hüpfend, gemsenartig waren sie auch schon an uns vorbeigerauscht, uns mit offenen Mündern stehen lassend. Tja. Ohne lange zu lamentieren, fingen wir an, ähnlich wippend hinabzulaufen. Vorher bereits hatte ich vermutet: Wenn man weniger verkrampft geht, je kürzer man seinen Fuß an einem Fleck stehen hat, umso geringer erscheint das Risiko des Ausrutschens zu sein. Und so war es dann auch.

Wir verbrachten ungefähr eine dreiviertel Stunde in diesem Flow (nichts anderes war dies nämlich). Als wir unten angekommen waren, dachten wir: “Das machen wir nochmal”. Haben wir dann aber doch nicht. Aber wir haben noch zwei Wanderer überholt. Wie die geguckt haben.

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