korrekt-laufen.de

Ethik und Leibesübung

Mal wieder 35+ (seit langem)

| Keine Kommentare

Der letzte lange Lauf war ewig her. Ich hatte mich zur Harzquerung angemeldet, im Juni soll dann der NOK-Lauf kommen. Die langen Läufe haben sich auf max. 24km beschränkt, und das alle paar Wochen mal, irgendwann im Februar (?) lief ich 18km, u.a. durch den Harburger Hafen.
mal wieder 35 km gelaufen...
Die 24km vorige Woche nach Holnis und zurück waren da schon das Höchste der Gefühle. Ostern, so mein Vorhaben, will ich mindestens 35km laufen, das Gebein und der Geist wollen auf lange, einsame Strecken vorbereitet sein.

Die Suche nach einer geeigneten Strecke in Ostfriesland, wo ich über Ostern weilen sollte, förderte einige Optionen zutage. Von Aurich nach Wilhelmshaven, das wollte ich gerne angehen, nur nicht jetzt. Auf vorherigen Läufen durchs platte Land war ich aber auch immer wieder an einem Schild vorbeigelaufen “Marcardsmoor 18km”. Eine gute Entfernung zum Hin- und zurücklaufen ohne sich zu verlaufen..

Ostersamstag dann: nach dem Frühstück los, schnell noch eine Banane hinterhergeschoben, den Olmo 5 geschnallt (1,5 Liter Wasser, eine Regenjacke, Handy, eine Tafel Schokolade, ein Riegel Haselmark).

Immer am Ems-Jade-Kanal entlang, auf den ersten 5 Kilometern begegne ich noch ein paar Läufern, dann wird es einsam, fast eine Stunde lang sehe ich keine Menschenseele. Der Rauch von Osterfeuern liegt in der Luft. Ein Teilstück des Radweges ist wegen Ausbauarbeiten gesperrt, bietet Abwechslung vom gepflasterten. Nach knapp 2 Stunden erreiche ich Marcardsmoor, laufe über die Brücke, es regnet leicht. Ein Riegel Bitterschokolade gibt mir Schub für die nächsten Kilometer. Nach 25km das erwartete leichte Ziehen in den Beinen und, unerwartet: Lustlosigkeit. Ich erinnere mich an einen Motivations-Artikel in einer vergangenen Ausgabe von Runners World über NLP. “Sich an positive Erlebnisse aus den ersten Streckenabschnitten erinnern”, ja, das kann funktionieren, ich denke an die Hand meiner Tochter, wie sie meine hielt, auf dem Rücksitz des Begleitfahrrades auf den ersten 5km. Das (leichte) Tief ist überwunden, für stärkere Krisen gibt es auch Meditationstechniken, man kann sich ablenken, abschweifen, oder sich im Gegenteil ganz auf den Rhythmus der Schritte und die Bewegung und die Befindlichkeit der Beine konzentrieren. (Ich wollte schon immer mal etwas mehr über assoziierendes und dissoziierendes Laufen erfahren…).

Jetzt, einen Tag später, bin ich schon wieder versucht, einen langen Lauf zu machen, vielleicht keine 37,5km wie gestern, ich könnte ja, wenn ich wollte und mir die Zeit nehmen würde. Aber es werden nur 5km.

Keine Kommentare

    Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.