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Ethik und Leibesübung

Laufen und Zen (Der Versuch eines Titels)

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Auch wenn – oder eben weil – ich “Zen” gerade mal buchstabieren kann, habe ich so meine eigenen Stereotypen zu diesem Begriff entwickelt. Es bedeutet für mich Einfachheit, Abwesenheit und Ruhe, aber auch Ausdauer und Beharrlichkeit.

Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen (…) Eins, zwei, drei, vier (…) neun, zehn. Atmen und zählen. Eine Basisübung, gefunden in einem Buch (irgendwas mit Zen-Meditation oder -Buddhismus), das seit Jahren in unserem Regal verstaubt. Man kann sie in seinen Alltag einbauen, als Einschlafübung nutzen oder eben auch beim Laufen ausführen.

Aber eigentlich will auf ein anderes Phänomen hinaus, das ich bei mir seit einigen Wochen beobachte. Ich trainiere seit ca. 3 Monaten für meinen ersten Marathon (Paul-Moor-Benefiz-Marathon, 21.03.2009). Während der längeren Läufe, also ab 20 km aufwärts, finde ich es zunehmend motivierender, einen langen Abschnitt vor mir liegen zu sehen.

Hätte ich vor einem Jahr so einen Abschnitt vor mir gehabt, wäre eher das Gegenteil der Fall gewesen (nach dem Motto “och nee, so weit noch?”). Bei meinem ersten Lauf über 30 km kam ich nach ca. 17 km aus Elbrichtung durch den Ort Meckelfeld. Ab Ortsmitte erwartete mich eine nicht steile, aber dafür sehr lang gezogene Steigung. Ich lief einfach weiter, dachte nicht besonders darüber nach und genoss dieses Gefühl der kontinuierlichen Anstrengung sogar.

Ich denke, es gehört auch eine gewisse Portion Sturheit dazu, dies als willkommene Herausforderung zu betrachten. Vielmehr jedoch nehme ich dies als Indiz für eine Veränderung der eigenen Wahrnehmung und der Entwicklung einer Fähigkeit, in bestimmten Situationen einfach abzuschalten, “an nichts zu denken”. Womit ich wieder beim Eingangsthema wäre.

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