“Ich laufe, und während ich laufe, ist alles um mich herum rund. Es ist wie Meditation. Ich verlaufe mich ja auch ständig, wenn ich laufe, weil ich einfach so wegtunnel’, dass ich teilweise stehenbleibe, mich umgucke und gar nicht mehr weiß, wo ich bin.” (Zitat Hauke im Film zu seinem ersten Weserlauf)
Manchmal hören sie gar nicht auf zu kreisen. Beim Einschlafen, Aufwachen oder bei der Arbeit kann ich mich nicht entspannen oder konzentrieren, weil sich die eigenwilligen Gedanken immer wieder um dasselbe Ding drehen oder von einem zum anderen springen. Die Folge ist Stress, Unausgeglichenheit, das Gefühl der Überforderung, als stünde ich vor einem unüberwindlichen Berg von Dingen. Wie gehe ich damit um? Es hilft, diese Dinge vom Kopf aufs Papier (oder in den Rechner) zu bringen, diese “losen Enden” zu sortieren, um sie dann in kleinen Schritteinheiten zu erledigen.
Was hat das mit dem Laufen zu tun? Laufen ist zwar nicht unbedingt ein Problem- aber vielleicht ein Knotenlöser. Man läuft seinen Problemen nicht davon, sondern sucht sich sein Problem, das einen beschäftigt, aus, und nimmt es auf den Lauf mit. Der Vorteil beim längeren Lauf ist, dass man einfach Zeit hat, und durch den Rhythmus des Laufens kann sich ein meditativer Zustand einstellen. Ich erfahre immer wieder, wie sich innere Anspannungen lösen und damit auch die Scheuklappen, die den Blick auf die eigene Situation oder “Das Ding” einengen. So kann man es schaffen, “Das Ding” aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten, was im besten Falle eine Lösung hervorbringt und “Das Ding” gar nicht mehr als Problem erscheinen lässt.
Dies kann als Mental- oder Motivationsstrategie dienen – mir fiel in diesem Zusammenhang mal der Begriff des “sinnvollen Nichtstuns” ein (was so natürlich dem Laufen nicht gerecht wird, denn man ist ja tätig). Begriffe wie “Flow” und das Gefühl des Losgelöstseins spielen hier sicherlich eine Rolle. Bildlich gesprochen löse ich mich von meiner eingefahrenen Sichtweise auf “Das Ding”, stelle es auf den Kopf und setze den Hebel an Stellen an, die ich vorher so noch gar nicht bemerkt hatte.
Ach so: Laufen ist hier sicherlich nicht das Allheilmittel. Manche lösen ihre Probleme nämlich auch bei der Gartenarbeit.
Weiteres zum Thema gibt es z. B. auf Runners World:

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